Unsere Bienen sind eingewintert: Die Vorräte wurden kontrolliert, die Behandlungen gegen den Parasit Varroa abgeschlossen und die Fluglöcher verengt. So dringen keine Mäuse ein.

Nun heißt es für uns, den Bienen mehr in Gedanken zu begegnen. Die Bienenvölker fliegen bei den kühlen Temperaturen unter 12°C nicht mehr aus und bilden eine Traube innerhalb des Bienenstockes auf den Waben. In der Mitte befindet sich die Königin, die langsam die Eiablage einstellt. Zirkulierend begeben sich einzelne Arbeiterinnen nach außen und bewegen ihre Flügelmuseklatur mit ausgekoppelten Flügeln. Dadurch entsteht Wärme und die Temperatur zwischen 15-25°C wird gehalten. Die Honigvorräte geben den Bienen Kraft um gut über den Winter zu kommen.

Wir sind nun wieder am Schreibtisch und in der Werkstatt: Versenden Honig-Abo-Pakete, überarbeiten unser Manuskript, ziehen Kerzen auf dem Weihnachtsmarkt und planen und bereiten uns für das kommende Jahr vor.

 

Aus liebe zu den Bienen setzen wir uns für eine faire und wesensgemäße Bienenhaltung ein. Dies zahlen uns die Bienen jeden Tag durch ihre besondere Vitalität zurück. 

Leider wird in der kommerziellen Bienenhaltung der Schwarmtrieb, also die natürliche Geburt der Bienenvölker unterdrückt. Bei uns nicht. Den Schwarm als Herzform haben die Bienen gestern zufällig gebildet. Wir möchten mit dem Bild symbolisch zeigen, dass die gesunde Beziehung zwischen Mensch und Biene an erster Stelle steht und kraft hat.

Der Klimawandel hat dieses Jahr die Natur ganz schön durcheinander gebracht. Wir freuen uns, dass es endlich wieder ein paar warme Tage gibt, an denen unsere Bienen Nahrung sammeln können.Schwarm Lager Summtgart

Die Wintersonnwende ist der Zeitpunkt an dem die Tage wieder länger werden. Es ist sicherlich kein Zufall das Weihnachten kurz danach folgt. Die Kelten haben schon die Wintersonnwende tief in Ihrer Kultur als Wendepunkt von weniger und mehr Sonnenschein am Tag gefeiert. Bei den Bienen beginnt ein neues Jahr.

Das Bienenvolk als Wesen, dass tief mit der Licht und der Sonne verbunden ist, zeigt uns Menschen in seinen Lebensäußerungen im Besonderen diesen Punkt, in dem das Pendel für einen Moment steht und wieder Geschwindigkeit aufnimmt. Dies ist für uns als Menschen, die oft Fremd gegenüber den Naturzusammenhängen sind, eine beachtenswertere Situation. Hier nehmen wir Imker nun den Beginn des Bienenjahres wahr.

Ein ernsthafter Frost kann im Spätherbst die Königin veranlassen die Eiablage zu beenden. Das Bienenvolk trotz härtester Wintertemperaturen in seiner Traube und hält die Temperatur zwischen 15 bis 25° Celsius aufrecht um ein Verklammen zu entgehen. Erst nach Wintersonnwende erhöhen die Winterbienen wieder in Ihrem Zentrum die Temperatur auf 35°Celsius. Die Königin legt nun wieder Eier in die leergefressenen Zellen und dies nimmt bis zur Sonnenwende stetig zu. Das Bienenvolk wächst so im Einklang mit dem Sonnenstand. Das Neue Bienenjahr hat begonnen...

Wir begegnen den Bienen physisch erst wieder Ende März und sind erstmal nur in Gedanken bei ihnen. Bis dahin sind wir mit inneren Arbeit beschäftigt. Wir planen die Bienensaison unserer Imkerei und weitere Projekte für Bildung und Forschung.

Die letzte Woche waren wir mit verschiedenen Engagements auf Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Demo Wir haben es sattDamit verbunden war unser Angebot der Bienenwerkstatt für Kinder und Jugendliche, unser Stand mit Honig, die Demo „Wir haben es satt“, der Besuch des Empfangs des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft und der Empfang bei Bündnis 90/Die Grünen.

Die Messe gilt als größte Ernährungsmesse der Welt und zählt fast eine halbe Millionen Menschen als Besucher. Für uns war es ein Einblick in das Angebot an Lebensmittel die über Grenzen hinweg verkauft werden und Begegnungen mit engagierten in der Branche. Natürlich hatten wir unzählige Gespräche mit Bienen- und Honiginteressierten, aber auch einigen Imkern aus Deutschland und internationalen Gästen.

Auf diversen Podiumsgesprächen zur Frage des Mehrwerts der ökologischen Imkerei, haben wir klar Farbe bekannt: ÖKO in der Bienenhaltung stellt „nur“ klar, dass um Rückstandsfreiheit geht und die Verwendung von natürlichen Materialien eine Auflage ist. Weitere Qualitäten des Produktes oder in der Art der Bienenhaltung sind nur sehr rudimentär Vorhanden. Wie in anderen Bereichen ist aber gerade die ökologische Bienenhaltung gefordert weitere Schritte gerade in Richtung einer artgerechten Bienenhaltung gehen. Der Verbrauer möchte mehr als einen Honig mit schönem grünen Siegel. Leider sind auch in der Hobbyimkerei, welche aus 98% aller deutschen Imker besteht und somit die Imkerei dominiert, oft Methoden der Ertragsmaximierung verbreitet.

Wir sind sehr froh als Demeter-Imker und unserer biodynamischen Bienenhaltung mit dem Naturwabenbau im Brutnest, der Vermehrung aus dem Schwarmtrieb und eigenen Königinnen aus dem Volk einen wesentlichen Schritt Richtung Tierwohl zu gehen. Unsere große Herausforderung dort ist es, dass es vielen Konsumenten nicht unmittelbar erschließbar ist, welche Bedeutungen diese Maßnahmen haben. Zum anderen sind wir mit dieser Art der Bienenhaltung im professionellen Bereich Pioniere.

Durch zahlreiche Begegnungen werden wir immer wieder in unserem Tun bestärkt und wir hoffen in unseren Bemühungen die biodynamische Bienenhaltung Weiterzuentwicklung und weiterzuentwicklung. Sicherlich können dort wesentliche Impulse in die ökologische Imkerei miteinfließen.